MAIZEIT – SCHWARMZEIT
Über das Schwärmen der Bienen und die Vermehrung der Völker
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MAIZEIT – SCHWARMZEIT

Über das Schwärmen der Bienen und die Vermehrung der Völker

Das Schwärmen ist die natürliche Vermehrung des Bienenvolkes. Dabei verlässt die amtierende Königin mit sehr vielen Bienen die Beute, um Platz zu schaffen.
Erste Anzeichen für Schwarmstimmung sind Weiselzellen die sich am unteren Rand einer Brutwabe befinden – die sogenannten Schwarmzellen. Unterbindet man den Schwarmtrieb nicht, kommt es zu einem faszinierenden Schauspiel. Die Königin – umgeben von mehreren tausend Bienen – verdunkeln eine Zeit lang den Himmel, bevor sie sich in einiger Entfernung an einem erhabenen Punkt in einer Traube sammeln. Im Gepäck haben die sehr friedlichen Bienen Honigvorräte für drei Tage. Ist ein neuer Platz gefunden, wird mit dem Waben(aus)bau begonnen und die erfahrene Königin kann in die Eiablage gehen, um weitere Bienen zur Vermehrung zu legen.

Im alten Stock wird die aus der Schwarmzelle geschlüpfte junge Königin – nach Erlangung der Geschlechtsreife – auf Begattungsflug gehen, bevor sie ihre Eier für die Vermehrung des Volkes ablegen kann. Einige Imkerinnen und Imker lassen Bienen schwärmen, um sie ihrem Wesen gemäß zu halten und dieses natürliche Verhalten nicht zu unterdrücken (Stichwort: wesensgerechte Bienenhaltung). Andere Imkerinnen und Imker versuchen hingegen dem Schwarmtrieb zuvorzukommen indem sie Ableger bilden oder den Bienen durch das Aufsetzen der Honigräume mehr Raum schaffen (Stichwort: konventionelle Bienenhaltung).

In der Regel schwärmen nur gesunde Völker. Es ist jedoch nicht immer ganz auszuschließen, dass sich Krankheitserreger mit dem Schwarm verbreiten. Allerdings kommt es durch den Schwarmtrieb zu einer natürlichen Brutpause und die Anzahl der Varroamilben (Brutparasiten) verringert sich – es hat also auch eine reinigende und erneuernde Funktion für das Bienenvolk. Weitere Maßnahmen zur Dezimierung der Varroamilbe in der Trachtzeit – wie beispielsweise das Drohnenbrutschneiden – sind oft nicht notwendig.

Der Schwarmtrieb sollte begleitet werden, sodass abgeschätzt werden kann, wann der Schwarm auszieht. Ihn unkontrolliert ausziehen zu lassen, schadet den Bienen aufgrund kultivierter Lebensräume und fehlenden Behausungen mehr, als dass es ihnen nutzt und sie sterben an Futtermangel oder erfrieren, wenn es zu kalt wird. Auch die Minderung des Honigertrages ist ein wesentlicher Aspekt für sowohl Hobby- als auch Berufsimkerinnen und -imker.

Ob und wann ein Volk schwärmt, hängt von verschiedenen Faktoren wie Volksgröße, Wetter, Futterangebot etc. ab.
Egal für welche Betriebsweise Sie sich auch entscheiden, nehmen Sie sich Zeit, lernen Sie Ihre Bienen kennen und kontrollieren Sie sie, um Überraschungen zu vermeiden und lenkend eingreifen zu können. Von unkontrolliertem Schwärmen raten wir ab.

Sie haben einen verwaisten Bienenschwarm gefunden und benötigen Unterstützung?

Hier finden Sie die Kontaktinformationen unserer Schwarmfänger. Diese können die Bienen kostenlos abholen und an einen Imker weitergeben.




More than Honey

von Markus Imhoof

Der Dokumentarfilm „More than Honey“ geht dem weltweiten Bienensterben nach.
„More than Honey“ ist ein Dokumentarfilm des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof aus dem Jahr 2012 über das weltweite Bienensterben von Kalifornien bis China. Der Dokumentarfilm „More than Honey“ geht dem weltweiten Bienensterben nach. Er legt dar, dass mehr als ein Drittel unserer Nahrungsmittel ohne das Zutun der Bienen, also ohne Bestäubung, nicht gedeihen würde.Mehr lesen