20. Mai 2020 – internationaler Bienentag
Für die ökologische Vielfalt am internationalen Tag der Biene
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20. Mai 2020 – internationaler Bienentag

Für die ökologische Vielfalt am internationalen Tag der Biene

 

Insekten sind die artenreichste Klasse im Tierreich – weit mehr als eine Million verschiedene Arten sind bekannt, davon allein um die 30.000 in Deutschland. Fluginsekten – wie unsere Honigbiene – sammeln Nektar und Pollen, bestäuben Pflanzen und sorgen so bei einem Großteil von Nutzpflanzen erst dafür, dass sie blühen und Früchte tragen.

Allerdings ist die Biomasse fliegender Insekten in den vergangenen 27 Jahren um über 75 Prozent zurückgegangen. So lautet zumindest das Ergebnis der Studie von Hallmann et al., im Oktober 2017. Und das ist sehr bedenklich, wenn man die Wichtigkeit der Fluginsekten betrachtet.

Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber – für die Erhaltung der Biodiversität und Ernährungssicherheit – ist elementar für die Menschheit. Rund 80% aller Nutz- und Wildpflanzen werden von der Honigbiene bestäubt. Um den Rest kümmern sich Hummel, Wildbiene, Schmetterling & Co. Damit schafft es die Biene sogar auf Platz drei der landwirtschaftlichen Nutztiere.

Abbildung von bee-careful.com

Aufgrund dieser Relevanz hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 20. Mai als World Bee Day ausgerufen. Damit unterstreicht die Weltgemeinschaft die Erkenntnis über den Rückgang der weltweiten Bienenpopulation und den dringenden Schutz der Bienen.

Genauso emotional und leidenschaftlich wie der Schutz der Bienen diskutiert wird, entflammt immer wieder die Diskussion, ob die Wildbiene durch die Honigbiene eine Bedrohung erfährt.

Konkurrieren Wild- und Honigbiene um Lebensraum und Tracht?

Dafür, dass die Honigbiene der Wildbiene – die zumeist als Solitärbiene unterwegs ist – eine Konkurrenz sein kann, gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Was jedoch als sicher gilt, ist, dass sowohl Wild- als auch Honigbienen für eine stabile Blütenbildung wichtig sind. Sie ergänzen sich beispielsweise aufgrund unterschiedlicher Raum- und Zeitmuster im Sammel- und Aktivitätenverhalten und erhöhen somit die Widerstandsfähigkeit von landwirtschaftlichen Ökosystemen gegen Störfaktoren von außen.

Was hingegen mit Sicherheit eine zerstörende Wirkung hat, sind fehlende Nistplätze durch die Zerstörung sowie Zerstückelung der Lebensräume und durch Monokulturen geprägte Agrarlandschaften.

Landwirtschaft mit mehr Sortenvielfalt, weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel kann dem entgegenwirken.

 

„Der ist reich und voller königlicher Würde, der am meisten davon weiß, welche Süßigkeiten und lebendige Kräfte der Boden birgt, das Wasser, die Pflanzen und die Himmel, und der weiß, wie diese Reichtümer entstehen.“

Ralph Waldo Emerson

 

Somit ist es sehr erfreulich zu beobachten, dass sich immer mehr Menschen um ihre Umwelt und den Artenschutz Gedanken machen, sich dafür einsetzen und Maßnahmen ergreifen, um Lebensräume zu erhalten, wiederherzustellen und somit unsere ökologische Vielfalt zu bewahren.

Als Kölner Imkerverein verstehen wir das Leben mit den Insekten ebenfalls als Symbiose. Am Beispiel der Honigbiene und anderen Hautflüglern klären wir auf und bilden Jahr für Jahr neue Mitglieder und Interessierte aus und stärken unsere Netzwerke.

 

5 Dinge für die Sie Biene, Schmetterling & Co. lieben werden:

(1) Das Insektenhotel hilft Wildbienen und Insekten beim Nisten. Es muss kein gekauftes sein, auch mit wenigen Handgriffen lässt sich ein Hotel für unsere kleinen Freunde herstellen. Für die einfache Ausführung benötigt man z.B. nur ein paar Bambusrohre. (2) Hilf den Bienen und säe eine Wildblumenmischung, die sie mögen, wie beispielsweise Sonnenblume, Kornblume und Wildröschen. (3) Auch der Kräutergarten im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon sind beliebt.  Hier eignen sich Minze, Basilikum, Thymian und Oregano und viele andere Kräuter für eine gelungene Nahrungsquelle. Bienen benötigen zwar nicht viel Wasser (etwa 40 g / Tag / 40.000 Bienen), dennoch ist es u.a. für die Klimatisierung überlebenswichtig. (4) Eine Insektentränke – im Idealfall fließendes Gewässer, aber auch einen Schale mit Steinen – versorgt mit ausreichend Flüssigkeit. (5) Im heimischen Garten vorzugsweise natürliche Pflanzenschutzmittel einsetzen und Chemiekeulen verbannen.




More than Honey

von Markus Imhoof

Der Dokumentarfilm „More than Honey“ geht dem weltweiten Bienensterben nach.
„More than Honey“ ist ein Dokumentarfilm des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof aus dem Jahr 2012 über das weltweite Bienensterben von Kalifornien bis China. Der Dokumentarfilm „More than Honey“ geht dem weltweiten Bienensterben nach. Er legt dar, dass mehr als ein Drittel unserer Nahrungsmittel ohne das Zutun der Bienen, also ohne Bestäubung, nicht gedeihen würde.Mehr lesen