20. Mai 2021 – internationaler Bienentag
Für die ökologische Vielfalt
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20. Mai 2021 – internationaler Bienentag

Für die ökologische Vielfalt

Bienen sind ein relevanter Teil der fliegenden Insektenwelt. Deshalb hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 20. Mai als World Bee Day ausgerufen. Damit unterstreicht die Weltgemeinschaft die Erkenntnis über den Rückgang der weltweiten Bienenpopulation und ihrem dringenden Schutzbedürfnis.

Insekten sind die artenreichste Klasse im Tierreich – weit mehr als eine Million verschiedene Arten sind bekannt, davon allein um die 30.000 in Deutschland. Fluginsekten, wie unsere heimischen Honig- und Wildbienenarten, sammeln Nektar und Pollen, bestäuben Pflanzen und sorgen so bei einem Großteil von Nutzpflanzen erst dafür, dass sie blühen und Früchte tragen.

Allerdings ist die Biomasse fliegender Insekten in den vergangenen 27 Jahren um über 75 Prozent zurückgegangen. So lautet zumindest das Ergebnis der Studie von Hallmann et al., im Oktober 2017. Und das ist sehr bedenklich, wenn man die Wichtigkeit der Fluginsekten betrachtet.

Die Bedeutung der Fluginsekten, insbesondere von Bienen als Bestäuber für die Erhaltung der Biodiversität und Ernährungssicherheit, ist elementar für die Menschheit. Rund 80% aller blühenden Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubungsleistung durch Insekten angewiesen, wobei Bienen einen erheblichen Anteil übernehmen. Sie schaffen es damit sogar auf Platz drei der landwirtschaftlichen Nutztiere.


Abbildung von bee-careful.com

 

Intensiv genutzte und strukturarme Lebensräume prägen inzwischen die mitteleuropäische Landschaft. Zudem schränken der „Flächenfraß“ und die Zersiedelung der Landschaft die Lebensbedingungen vieler Organismen ein. Durch die Armut an unterschiedlichen Strukturen verschwinden Nistplätze und viele Nahrungspflanzen für Bienen. Die durch Monokulturen geprägte Agrarlandschaften und Einfalt in der Bepflanzung heimischer Gärten sowie der hohe Einsatz schädlicher Insektizide trägt ein Übriges zur Situation bei. Die Kombination dieser Faktoren ist auf Dauer tödlich – für alle Bienen!

Die emotionale und leidenschaftliche Diskussion um den Schutz der Bienen wird mittlerweile um den Teilaspekt, ob Wild- und Honigbiene um Lebensraum und Futterquellen konkurrieren erweitert. Für diese Konkurrenzsituation der Honigbienen und Wildbienen gibt es jedoch derzeit noch unzureichende wissenschaftlichen Belege.

Als sicher gilt, dass sowohl Wild- als auch Honigbienen für eine stabile Blütenbildung wichtig sind. Sie ergänzen sich beispielsweise aufgrund unterschiedlicher Raum- und Zeitmuster im Sammel- und Aktivitätenverhalten, und erhöhen somit die Widerstandsfähigkeit von landwirtschaftlichen Ökosystemen gegen Störfaktoren von außen.

Exkurs
Einen Erfolg für unsere heimische Bienen- und Insektenwelt hat kürzlich die Aurelia Stiftung verbucht. Im Rechtsstreit Imker vs. Bayer hat der Europäische Gerichtshof Anfang Mai sein Grundsatzurteil zu bienenschädlichen, systemisch wirkenden Insektiziden verkündet. Die Aurelia Stiftung sowie ihre Bündnispartner haben in allen Punkten gewonnen! Das Teilverbot der Bayer-Neonicotinoide hat weiterhin Bestand! Zur Pressemeldung!

Grundsätzlich gilt, dass eine naturnahe biologische Landschafts- und Gartengestaltung mit unterschiedlichen Strukturen und eine vielfältige Bepflanzung förderlich ist. Wussten Sie, dass einige Arten nur bestimmte Bedingungen und einzelne Pflanzen als Nistplatz und Nahrungsquelle akzeptieren?

Das Schöne ist, dass jede:r Garten- und Balkonbesitzer:in die Bienen bei der Nistplatz- und Futtersuche unterstützen kann. Als Nisthilfen dienen beispielsweise morsche Holzelemente, hohle Stängel oder sonnige Sandflächen. Zu den bienenfreundlichen Futterpflanzen zählen u.a. Krokus und Schneeglöckchen, Wiesen-Löwenzahn, Klee, Lavendel und Kornblume. Aber auch viele Gartenkräuter wie Minze, Basilikum, Thymian und Salbei sind Nahrungsquellen. Wer auf die unterschiedlichen Blühzeiten achtet und die Kräuter blühen lässt, damit die Bienen an Nektar und Pollen der Blüten gelangen, trägt zur Versorgung der Wild- und Honigbienen und zur Bestäubung bei.
Als Kölner Imkerverein verstehen wir das Leben mit den Insekten als Symbiose. Am Beispiel der Honigbiene und anderen Hautflüglern klären wir auf und bilden Jahr für Jahr neue Mitglieder und Interessierte aus und stärken unsere Netzwerke.

 

 

Fünf Dinge für die Sie Biene, Schmetterling & Co. lieben werden:

(1) Insektenhotels helfen Wildbienen und Insekten beim Nisten. Es muss kein gekauftes sein, auch mit wenigen Handgriffen lässt sich ein Hotel für unsere kleinen Freunde herstellen. Für die einfache Ausführung benötigt man z.B. nur ein paar Bambusrohre. (2) Helfen Sie den Bienen und säen Sie heimische Wildblumen wie beispielsweise Sonnenblume, Kornblume und Windröschen. (3) Auch der Kräutergarten auf der Terrasse oder dem Balkon sind beliebt. Hier eignen sich Minze, Basilikum, Thymian und Oregano und viele andere Kräuter für eine gelungene Nahrungsquelle. Im Idealfall lassen Sie die Kräuter blühen, so dass die Bienen an Nektar und Pollen der Blüten gelangen. (4) Bienen benötigen zwar nicht viel Wasser (etwa 40 g / Tag / 40.000 Bienen), dennoch ist es u.a. für die Klimatisierung überlebenswichtig. Eine Insektentränke – im Idealfall fließendes Gewässer, aber auch eine Schale mit Steinen – versorgt mit ausreichend Flüssigkeit. (5) Im heimischen Garten vorzugsweise natürliche Pflanzenschutzmittel einsetzen und Chemiekeulen verbannen.

Weitere Informationen finden Sie auch über unsere Linkliste.

Meike Röhrig
für den Kölner Imkerverein




DER HONIGBUS – Summen tröstet

von Meredith May

Meredith hat Kummer und ist einsam.
Meredith hat Kummer und ist einsam. Nach der Trennung ihrer Eltern ist die Fünfjährige sich selbst überlassen. Sie zieht mit ihrem kleinen Bruder und ihrer Mutter zu ihren Großeltern an die kalifornische Küste. Diese sind allerdings darüber nicht allzu glücklich und die depressive Mutter zieht sich komplett zurück. Meredith stöbert auf dem Anwesen der Großeltern herum und entdeckt den Honigbus. Darin stehen Gerätschaften, Gläser und Maschinen für die Honigernte und zu ihrer Überraschung freut sich ihr Großvater über ihr Interesse und nimmt sie mit zu seinen Bienen. Nun lernen Meredith – und die Leser – alles über Bienen und das kleine Mädchen überträgt das, was sie lernt, auf das Leben und die Menschen. Die Bienen werden zu ihrer Ersatzfamilie und wenn sie sich verlassen fühlt (und das ist oft!) zeigen ihr die Bienen, wie man zusammenhält und füreinander sorgt. Sie lehren Meredith, anderen zu vertrauen, mutig zu sein und ihren eigenen Weg zu gehen. Diese summende „Parallelwelt“ tröstet das Mädchen, das vor den Augen der Leser erwachsen wird und „den Stock“ Richtung College verlässt. Das Buch spielt zwischen 1975 und 1987. Schon damals erkennt Merediths Großvater die Gefahren für die Bienen, die von Pestiziden ausgehen. Auch weiß er um den Stress der Wanderbienen. Fast prophetisch warnt er seine Enkelin vor einem Bienensterben. Großvater: „Ich stelle meine Stöcke weit weg von Menschen auf, wo es keine Chemikalien gibt. Auf diese Weise kann ich sie schützen.“ Meredith: „Sind die Bienen in Gefahr?“ Großvater: „Noch nicht, aber wenn wir sie weiterhin wie Sklaven behandeln, könnten wir die Bienen ein für allemal verlieren.“ Über die Autorin Meredith May ist Imkerin in fünfter Generation und preisgekrönte Journalistin. Mit „Der Honigbus“ erzählt sie ihre persönliche Geschichte, warnt aber auch vor der Gefährdung der Bienen durch Pestizide, Stress u. a.. Ein schönes Buch für…. Menschen, die eine traurige aber auch optimistische, sehr persönliche und wahre Coming-of-Age-Geschichte lesen möchten. Menschen, die etwas über das Leben und die Magie der Bienen erfahren möchten. Imker, die sich neben Biologie und Imkerhandwerk auch für das Wesen unserer summenden Freunde interessieren, um auch deren Faszination auf kleine und große Menschen zu verstehen.     Anne Kleiber für den Kölner ImkervereinMehr lesen