Asiatische Hornisse in Köln – gemeinsam handeln

Vespa velutina nigrithorax ist im Großraum Köln angekommen

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) breitet sich auch im Großraum Köln weiter aus. Was zunächst wie ein weit entferntes Problem erschien, ist inzwischen Realität. Für die Imkerei stellt die invasive Art eine besondere Herausforderung dar – betroffen sind jedoch längst nicht nur Imkerinnen und Imker.

Der Kölner Imkerverein von 1882 e. V. engagiert sich deshalb für Information, Früherkennung und die fachgerechte Entfernung von Nestern.


Woher kommt die Asiatische Hornisse?

Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien. Anfang der 2000er-Jahre gelangte sie nach Europa und breitete sich von Frankreich aus schnell weiter aus.

Deutschland wurde 2014 erreicht, Nordrhein-Westfalen 2020. Seitdem nehmen die Meldungen und Nestfunde deutlich zu.

Vespa velutina nigrithorax ist damit längst auch in unserer Region angekommen.


Warum ist die Asiatische Hornisse problematisch?

Honigbienen gehören zu den bevorzugten Beutetieren der Asiatischen Hornisse. Vor allem an Bienenständen können die Tiere den Flugbetrieb beobachten und gezielt Bienen erbeuten.

Die Asiatische Hornisse jagt jedoch nicht ausschließlich Honigbienen. Sie erbeutet zahlreiche unterschiedliche Insektenarten und kann dadurch auch andere Bereiche unserer Umwelt und Landwirtschaft betreffen.


Nicht nur Imker sind betroffen

Ein Hornissennest kann praktisch überall entstehen, wo geeignete Bedingungen vorhanden sind – beispielsweise in Bäumen, Hecken, Gebäuden, Schuppen oder unter Dachüberständen.

Deshalb sollten nicht nur Imkerinnen und Imker aufmerksam sein.

Auch folgende Berufsgruppen können betroffen sein:

  • Landwirte
  • Obstbauern
  • Winzer
  • Landschafts- und Gartenbaubetriebe
  • Forstbetriebe
  • Haus- und Grundstückseigentümer

Gerade bei Baum-, Hecken- und Pflegearbeiten besteht die Gefahr, ein verstecktes Nest unbeabsichtigt zu stören.


Stiche können sehr schmerzhaft sein

Grundsätzlich ist die Asiatische Hornisse nicht darauf aus, Menschen anzugreifen. In unmittelbarer Nähe ihres Nestes können die Tiere dieses jedoch konsequent verteidigen.

Ein Stich kann sehr schmerzhaft sein. Mehrere Stiche oder Stiche an empfindlichen Körperstellen können medizinische Behandlung erforderlich machen.

Bei starken Beschwerden oder einer allergischen Reaktion sollte unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Bei Atemnot, Kreislaufproblemen, Schwellungen im Mund- und Rachenbereich oder anderen Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion: sofort 112 wählen.

Das bedeutet nicht, dass jeder Stich automatisch einen Krankenhausaufenthalt erforderlich macht. Entscheidend ist, die Symptome richtig einzuschätzen und bei einer starken Reaktion nicht abzuwarten.


Ein Hornissennest niemals selbst entfernen

Die wichtigste Regel lautet:

Abstand halten und nicht selbst eingreifen.

Ein Nest sollte weder geöffnet noch mit Gegenständen berührt oder eigenständig bekämpft werden.

Wenn gefahrlos möglich, kann aus ausreichender Entfernung ein Foto aufgenommen werden. Der Fundort sollte möglichst genau dokumentiert und anschließend über die zuständigen Meldewege gemeldet werden.

Die weitere Beurteilung und gegebenenfalls die fachgerechte Nestentfernung gehört in die Hände entsprechend geschulter Personen.


Früh erkennen – früh handeln

Im Frühjahr gründet eine überwinterte Königin zunächst ein kleines Primärnest. Wird dieses früh entdeckt, kann es fachgerecht entfernt werden.

Mit zunehmender Entwicklung wächst das Volk und kann später ein großes Sekundärnest errichten. Diese Nester befinden sich häufig hoch oben in Bäumen und können erhebliche Ausmaße erreichen.

Je früher ein Nest erkannt wird, desto besser kann die weitere Entwicklung der Kolonie eingedämmt werden.

Deshalb sind aufmerksame Beobachter und frühzeitige Meldungen so wichtig.


Der Kölner Imkerverein engagiert sich

Der Kölner Imkerverein von 1882 e. V. beschäftigt sich intensiv mit der Asiatischen Hornisse. Neben Information und Aufklärung gehört auch die praktische Unterstützung bei der Suche und fachgerechten Entfernung von Nestern zu den wichtigen Aufgaben.

Eine besondere Rolle spielt dabei unser 1. Vorsitzender Ralf Atzorn.

Als Imker, Wespen- und Hornissenberater sowie Fachberater für die Asiatische Hornisse ist er regelmäßig im Großraum Köln im Einsatz.

Er unterstützt bei der Bestimmung verdächtiger Tiere, der Lokalisierung von Nestern und – sofern die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind – bei deren fachgerechter Entfernung.

Durch seine zahlreichen Einsätze hat sich Ralf Atzorn zu einem besonders aktiven Ansprechpartner für die Nestentfernung der Asiatischen Hornisse im Großraum Köln entwickelt.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Nester zu entfernen. Ziel ist vielmehr, die weitere Vermehrung und Ausbreitung der invasiven Art möglichst frühzeitig einzudämmen.


Was tun bei einer Sichtung?

Wer eine verdächtige Asiatische Hornisse oder ein mögliches Nest entdeckt, sollte:

1. Abstand halten.
Nicht versuchen, die Tiere einzufangen oder zu vertreiben.

2. Das Nest nicht selbst entfernen.
Auch kleine Nester können bereits Tiere enthalten.

3. Wenn gefahrlos möglich, fotografieren.
Ein Foto kann die Artbestimmung erleichtern.

4. Den Fundort möglichst genau angeben.
Je genauer der Standort bekannt ist, desto einfacher lässt sich ein Nest auffinden.

5. Die Beobachtung melden.
Nur gemeldete Funde können erfasst, bewertet und gegebenenfalls fachgerecht bearbeitet werden.

Dabei gilt: Nicht jede große oder dunkle Hornisse ist automatisch eine Asiatische Hornisse. Eine sichere Artbestimmung ist deshalb wichtig.


Gemeinsam aufmerksam bleiben

Die Asiatische Hornisse ist eine neue Herausforderung, die nicht allein die Imkerei betrifft.

Imker, Landwirte, Obstbauern, Winzer, Landschaftsbauer, Gartenbesitzer und viele andere können dazu beitragen, die weitere Ausbreitung frühzeitig zu erkennen.

Der Kölner Imkerverein von 1882 e. V. wird sich auch weiterhin für Information, Ausbildung und praktische Unterstützung einsetzen.

Unser besonderer Dank gilt allen Fachberatern und Vereinsmitgliedern, die ihre Zeit und ihr Wissen zur Verfügung stellen – und ganz besonders unserem 1. Vorsitzenden Ralf Atzorn, der mit großem persönlichen Einsatz immer wieder vor Ort tätig ist.

Aufmerksamkeit statt Panik – Fachwissen statt Selbstversuch.

Denn je früher wir erkennen, desto besser können wir handeln.

Kölner Imkerverein von 1882 e. V.

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