Honigbiene (Apis)
Europäische Honigbiene (Apis mellifera)
Sie ist wahrscheinlich die bekannteste unter unseren Bienen – und doch gibt es über die Europäische Honigbiene immer wieder Neues zu entdecken.
Wenn eine Honigbiene unterwegs ist, verfolgt sie meistens ein klares Ziel: Blüten finden. Dort sammelt sie Nektar und Pollen und trägt dabei gleichzeitig Blütenstaub von einer Blüte zur nächsten. So leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung vieler Wild- und Kulturpflanzen.
Doch Blüten sind nicht ihre einzige Nahrungsquelle. Honigbienen sammeln auch Honigtau, jene zuckerhaltigen Ausscheidungen beispielsweise von Blattläusen, aus denen später Wald- oder Honigtauhonig entstehen kann. Außerdem tragen sie Pflanzenharze in den Bienenstock. Daraus entsteht Propolis, mit dem die Bienen kleine Spalten abdichten und Oberflächen im Stock schützen.
Und obwohl sie Honig produziert, ist die Honigbiene an unserer Kaffeetafel erstaunlich selten zu Gast. Kuchen, Limonade oder Marmelade interessieren sie normalerweise deutlich weniger als eine ergiebige Blüte. Was dort hartnäckig um das süße Stückchen Kuchen schwirrt, ist deshalb häufig gar keine Honigbiene.
Besonders eindrucksvoll lässt sich das natürliche Verhalten eines Bienenvolkes im Frühjahr und Frühsommer beobachten. Dann beginnt die Schwarmzeit. Ein Teil des Volkes verlässt gemeinsam mit der alten Königin den Bienenstock – die natürliche Vermehrung des Bienenvolkes hat begonnen.
Für eine Weile sammeln sich die Bienen häufig als große Traube an einem Ast oder Strauch. Von dort suchen Kundschafterinnen nach einem geeigneten neuen Zuhause. Das kann eine Baumhöhle sein, gelegentlich aber auch ein Hohlraum in einem Gebäude oder unter einem Dach.
Wer einen solchen Schwarm entdeckt, erlebt also keinen Bienennotfall, sondern zunächst einmal etwas ganz Natürliches:
Ein Bienenvolk ist auf Wohnungssuche.















