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Tag der Honigbiene

15.08.2020

Der Tag „unserer“ Honigbienen –
wiederum ein wundervoller Anlass um an die Wichtigkeit (s. auch Blogeintrag zum Internationalen Bienentag) unserer kleinen, komplexen Freunde zu erinnern, aber auch, um auf die Entwicklungen hinzuweisen, die sie gefährden!

Doch wie ging das mit der Honigbiene eigentlich los und wie entwickelte sich die neuzeitliche Imkerei?!

Dadurch, dass sich Bienen von Honig und Pollen ernähren, geht man davon aus, dass sie bereits in der Kreidezeit vor rund 90 Millionen Jahren entstanden und somit deutlich älter als der Mensch sind.
Die ersten Honigbienen sind in 50 Millionen Jahre altem Bernstein gefunden worden und die erste „Dokumentation“ lässt sich auf eine alte Höhlenzeichnung mit dem Titel „Honigjäger bei der Arbeit“ finden.
Bei den Ägyptern wurde sie bereits als Sinnbild für Baukunst, Fleiß und Aufopferung für die Gesamtheit angesehen und das ähnelt sehr dem Bild, dass heutzutage mit ihr in Verbindung gebracht wird.
Im Mittelalter wurden bereits Erträge mit den Bienen erzielt, so dass Kirche und Staat einen Honig- und Wachszins forderten. Darüber hinaus war ein geistliches Zentrum ohne Bienen unvorstellbar.
In der Neuzeit entwickelten sich die Beuten vom Stabilbau – mit festeingebauten Waben – zum Mobilbau – mit herausnehmbaren Waben – weiter und auch technische Innovationen wie die Erfindung der Honigschleuder oder der Mittelwandpresse trieben den Fortschritt voran.
Auch die weiteren Entwicklungen der Bienenbeuten fallen in die Neuzeit des 19. und 20. Jahrhunderts.
Die Bedeutung der Bienen als Bestäuber wurde erst spät anerkannt – ist heute allerdings unumstritten.

Trotz ihrer langen Historie und ihrer elementaren Bedeutung für die Menschheit, sind die Bienen und Insekten durch die Industrialisierung, die Verknappung von Lebensräumen, dem vermehrten Einsatz von Pestiziden und vielen weiteren Faktoren ins Hintertreffen geraten.
Aufgrund vielfältiger Kampagnen, unermüdlicher Aufklärungsarbeit von Naturschützern, aber auch von Imkerinnen und Imkern und das wieder wachsende Bewusstsein für Klima- und Umweltschutz unterstützen dabei, Lebensräume zu erhalten und Wissen aufzufrischen.
Doch selbst durch diese weitreichenden Bemühungen ist die Biene leider noch nicht sicher. Und weitere Gefahren lauern an anderen Ecken.

Die Biene ist ins Visier neuer Gentechnik geraten. Biotechnologen wollen – unter dem Deckmäntelchen Tierschutz – tief ins Erbgut der Honigbiene eingreifen. Und zwar mit dem sogenannten Genome Editing [Sammelbegriff für molekularbiologische Techniken zur zielgerichteten Veränderung von DNA, einschließlich des Erbguts von Pflanzen, Tieren und Menschen]. Damit soll das drittwichtigste Nutztier beispielweise mit genveränderten Darmbakterien manipuliert werden.

Wozu das Ganze? Soll sich die Natur wiederum an den Menschen anpassen bzw. aktiv angepasst werden?
Anstelle des Einsatzes und damit die Auswirkungen von Pestiziden auf Bienen und Insekten einzuschränken, soll anscheinend durch die Anwendung unterschiedlicher genverändernder Maßnahmen eine pestizidresistente Honigbiene gezüchtet werden.

Dabei sind die tiefen Eingriffe in die Gene der Honigbiene gar nicht erforderlich um die Varroatoleranz, die Widerstandskraft gegen Krankheiten allgemein, die Honigleistung und das Verhalten zu verbessern, wie das SMR (suppressed mite reproduction = unterdrückte Milbenreproduktion) – Zuchtprogramm aufzeigt, dass in den beiden Zuchtverbänden „Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT)“ und „Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker (GdeB)“ organisiert ist.

Hoffen wir, dass es zu keiner Aufweichung in den Regularien kommt und unsere Honigbiene keine DNA-Veränderungen erfahren muss und ihre Natürlichkeit weitestgehend erhalten bleibt.

Meike Röhrig
für den Kölner Imkerverein

Wer mit seiner Stimme gegen den Einsatz der neuen Gentechnik und den Einsatz von Pestiziden im Ökolandbau unterstützen möchte, kann das unter www.biene-gentechnik.de und https://www.change.org/p/julia-kl%C3%B6ckner-julia-kl%C3%B6ckner-will-pestizide-im-%C3%B6kolandbau-erlauben-verhindern-wir-es tun. #wirfuerdiebienediebienefueruns

Nicht im Text hinterlegte Quellen:
https://www2.hu-berlin.de/bienenkunde/index.php?id=119
https://www.oekolandbau.nrw.de/fachinfo/tierhaltung/allgemeine-themen/2020/studie-untersucht-natuerliches-abwehrverhalten-gegen-varroamilben-bei-honigbienen/
https://llh.hessen.de/bildung/bieneninstitut-kirchhain/projekte-und-kooperationen/verbundprojekt-smr-selektion-bei-bienen/




Summen tröstet

von Meredith May

Meredith hat Kummer und ist einsam.
Meredith hat Kummer und ist einsam. Nach der Trennung ihrer Eltern ist die Fünfjährige sich selbst überlassen. Sie zieht mit ihrem kleinen Bruder und ihrer Mutter zu ihren Großeltern an die kalifornische Küste. Diese sind allerdings darüber nicht allzu glücklich und die depressive Mutter zieht sich komplett zurück. Meredith stöbert auf dem Anwesen der Großeltern herum und entdeckt den Honigbus. Darin stehen Gerätschaften, Gläser und Maschinen für die Honigernte und zu ihrer Überraschung freut sich ihr Großvater über ihr Interesse und nimmt sie mit zu seinen Bienen. Nun lernen Meredith – und die Leser – alles über Bienen und das kleine Mädchen überträgt das, was sie lernt, auf das Leben und die Menschen. Die Bienen werden zu ihrer Ersatzfamilie und wenn sie sich verlassen fühlt (und das ist oft!) zeigen ihr die Bienen, wie man zusammenhält und füreinander sorgt. Sie lehren Meredith, anderen zu vertrauen, mutig zu sein und ihren eigenen Weg zu gehen. Diese summende „Parallelwelt“ tröstet das Mädchen, das vor den Augen der Leser erwachsen wird und „den Stock“ Richtung College verlässt. Das Buch spielt zwischen 1975 und 1987. Schon damals erkennt Merediths Großvater die Gefahren für die Bienen, die von Pestiziden ausgehen. Auch weiß er um den Stress der Wanderbienen. Fast prophetisch warnt er seine Enkelin vor einem Bienensterben. Großvater: „Ich stelle meine Stöcke weit weg von Menschen auf, wo es keine Chemikalien gibt. Auf diese Weise kann ich sie schützen.“ Meredith: „Sind die Bienen in Gefahr?“ Großvater: „Noch nicht, aber wenn wir sie weiterhin wie Sklaven behandeln, könnten wir die Bienen ein für allemal verlieren.“ Über die Autorin Meredith May ist Imkerin in fünfter Generation und preisgekrönte Journalistin. Mit „Der Honigbus“ erzählt sie ihre persönliche Geschichte, warnt aber auch vor der Gefährdung der Bienen durch Pestizide, Stress u. a.. Ein schönes Buch für…. Menschen, die eine traurige aber auch optimistische, sehr persönliche und wahre Coming-of-Age-Geschichte lesen möchten. Menschen, die etwas über das Leben und die Magie der Bienen erfahren möchten. Imker, die sich neben Biologie und Imkerhandwerk auch für das Wesen unserer summenden Freunde interessieren, um auch deren Faszination auf kleine und große Menschen zu verstehen.     Anne Kleiber für den Kölner ImkervereinMehr lesen